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Dienstag, 26. April 2016

Die Schubladen

Die Bretter für die Schubladen habe ich mir beim Schreiner zusägen lassen, damit die Maße auch exakt stimmen. Danach habe ich die Bretter in das Schubladengestell rein, um zu prüfen, ob die Höhe paßt. Perfekt. Die Schublade wird laufen! Die Bretter werden dann alle erstmal geölt und geschliffen bevor es weiter geht.

Als erstes habe ich mir das Leichteste vorgenommen: das Loch für den Knauf. Dazu habe ich am vorderen Brett. Zwei Diagonalen eingezeichnet: von links oben nach rechts unten und dann von links unten nach rechts oben. Dort wo sich die Linien schneiden ist die Mitte des Bretts und hier kommt auch das Loch für den Knauf rein.

Den Schubladenboden wollte ich nicht einfach rannageln. Also habe ich meine heißgeliebte Oberfräse rausgeholt und in alle 4 Bretter der Schublade eine 6mm Nut gefräst. Bei den Seitenteilen kann die Nut komplett durchgehen. Beim Vorder- und Hinterteil der Schublade allerdings nicht, so dass man von außen die Nut nicht sieht.

Und bevor ich den Boden reinschieben kann bohre ich noch die Löcher für die Holzdübel, mit denen ich die einzelnen Teile der Schublade zusammenleimen möchte.Und dann sieht das so aus (Hier sieht man auch schön am Vorderteil die Bohrung für den Knauf und die Nut, die nicht ganz bis zum Rand des Bretts reicht):





Beim Schubladenboden habe ich jedoch mein blaues Wunder erlebt. Ich habe Sperrholz (Buche) in der Dicke von 6mm verwendet. Die Nut, in die das Holz gleiten soll ist ebenfalls 6mm. Sollte also passen. Ich habe das vor dem Verleimen natürlich ausprobiert. Und es hat nicht gepaßt! Mit der Schieblehre nachgemessen habe ich schnell festgestellt, dass der Boden eine Dicke von 6,5mm hat. So ein Mist. Beim Schreiner nachgefragt antwortet der mir, dass solche Toleranzen normal sind. Ja und jetzt? Ich habe keinen 6,5mm Nutfräser. Also muss was von der Dicke des Bodens runter. Ich hab zwar keinen Falzfräser, hab aber einfach den Nutfräser verwendet, um einen Falz herzustellen. Es reicht ja, wenn ich die Dicke des Bodens am Rand reduziere wo das Holz in die seitliche Nut der Schublade rein soll. Auf dem Bild sieht man, dass ich noch etwas Übung mit der Oberfräse brauche :-) Aber wer ist schon beim ersten Werkstück ein Meister?

Ok, jetzt aber zusammenbauen! Mit den Holzdübeln Vorderseite und die beiden Seitenteile verleimt und dann den Boden reingeschoben. Am Schluß noch mit Holzdübeln die Hinterseite verleimt und dann alles mit Korpuszwingen zusammen gehalten.




















Es ist erstaunlich wie fest man das mit den Zwingen bekommt und wie gut man damit die Orthogonalität der Bretter zueinander hinbekommt. Das sollte sich nicht mehr verziehen können! Ganz anders als nach dem reinen Zusammenbauen ohne Zwingen.

Der Leim trocknet über Nacht und am nächsten Morgen habe ich meine erste Schublade fertig! Das Gleiche dann eben mit der zweiten Schublade.


Freitag, 26. Februar 2016

Löcher für Spannelemente

Anstelle von Bankhaken möchte ich runde Löcher für Spannelemente zur Befestigung von Werkstücken haben. Man kann auch eine Menge mit Schraubzwingen machen, aber wenn man wie ich seit kurzem stolze Besitzerin einer niegelnagelneuen Oberfräse ist, wird demnächst viel gefräst. Und da kann eine Zwinge schon mal im Weg sein. Ich habe mich daher für Spannelemente entschieden, die man in 20mm große Löcher drückt und die bei den meisten Werkstücken nicht höher als das zu fräsende Holz sind.  

 
Ok, also müssen die Löcher in die Werkplatte. Ich fräse sie im Abstand von 10cm bis dorthin wo später die Vorderzange sein wird - das ergibt 8 Löcher. Dafür verwende ich einen Beschlagfräser 20mm.

Eine Freundin kam sah und sagte: "Die schöne neue Werkbank schon wieder kaputt gemacht!"

Donnerstag, 25. Februar 2016

Werkbank zusammenbauen

Und jetzt das Große Ganze! Ich stelle mir zwei Getränkekisten in den Keller und lege die fertige Tischplatte mit der Unterseite nach oben darauf. Als erstes möchte ich die Tischbeine mit Metallwinkeln an der Tischplatte befestigen. Dabei muss ich immer im Kopf behalten, dass ich die Werkbank auf dem Kopf liegend aufbaue und was jetzt rechts ist nacher links sein wird. Das ist auch wichtig für die Position der Schubladen und wo später die Vorderzange sein wird. Entsprechen muss ich die Winkel an der richtigen Seite der Tischbeine befestigen, damit sie später nicht den Schubladen oder der Vorderzange im Weg sind.


Für das erste Tischbein messe ich seine Position noch sauber aus. Für die anderen drei werde ich die Aussparungen des Regalbodens als Schablone verwenden. ich möchte, dass die Tischebeine rechts und links an der Tischplatte um 10cm eingerückt sind, damit ich bei Bedarf an der Tischplatte Schraubzwingen befestigen kann und das Tischbein nicht im Weg ist. Also Tischbeim 10cm nach links schieben. Dann fällt mir ein großer Denkfehler auf! ich wollte die Beine auch vorne und hinten um 10cm einrücken. Vorne, damit ich auch hier mit Zwingen arbeiten kann und meine Beine bequem unter den Tisch stellen kann ohne mit dem Schienbein schmerzhaft an den Regalboden zu stoßen. Und hinten eben der Symmetrie wegen. Ich lege versuchsweise den Regalboden auf und stelle fest: hinten is nich mit einrücken, sonst muss ich den Boden kleiner machen und dann ist er nur noch ein Witz von Regalboden. Hier fällt mir auch auf wie klein und schnuckelig meine Werkbank ist. Leider, leider. Hätte ich mehr Platz im Keller, wäre sie wesentlich größer ausgefallen. Ok. Also Denke nochmal auf Null stellen. Ist das jetzt eine Katastrophe oder nicht? ... ... ... also die Beine nach hinten schieben. An den Rand der Platte. ... ... ... sieht doof aus ... ... aber ich will ... .... sieht doof aus ... ... ich werd jetzt nix mehr am Regalboden machen, die Tischplatte hat mich schon genug Zusatzarbeit gekostet ... ... ... Tief durchatmen. Bein nach hinten schieben! Ist mir egal wie es aussieht, es ist sinnvoll.
(Später stellt sich übrigens heraus, dass das überhaupt nicht doof aussieht. Aber wenn man denkt man hätte alles so gut durchdacht und merkt dann ausgerechnet beim Zusammenbauen, dass da was nicht stimmt sinkt meine Stimmung auf Minustemperaturen.)

Ok, also sicherstellen, dass das Bein genau parallel zur Tischplatte steht und rechts 10cm Abstand hält und Winkel anlegen. Löcher, die ich verwenden will anzeichnen, Winkel runter nehmen, Bein auch und in die Markierungen mit dem 6er Holzbohrer ein Loch bohren. Ganz wichtig bei den Löchern in der Tischplatte: die ist nur 3cm dick und ich will nicht, dass die Schrauben auf der anderen Seite wieder heraus kommen. Also stell ich an der Bohrmaschine die Bohrtiefe von 2cm ein.

Dann wieder Bein hinstellen, ausrichten, Winkel anlegen und hinschrauben. Ich verwende dabei 7er Spaxschrauben, weil sich Spaxschrauben so schön selbst ins Holz bohren (und deswegen habe ich auch einen Bohrer eine Größe kleiner verwendet) und gut halten. Ich hatte noch welche mit Linsenkopf da. Man kann aber genausogut Senkkopf verwenden, das gibt der Winkel her. Rechts vom Tischbeim auch noch einen Winkel angebracht, dann geht es zum nächsten Bein.

Ich lege den Regalboden als Schablone auf, richte in aus und stelle das nächste Bein genau dorthin wo Platz dafür ist, befestige es wie oben mit zwei Winkeln. Das mache ich auch so für die weiteren 2 Beine. Ich finde, das sieht schon mal richtig gut aus. Es ist schön das Werkstück wachsen zu sehen wo ich bisher nur die Einzelteile hatte.



Dann das Schubladengestell. Es ist ja schon fertig, muss aber noch mit der Tischplatte verbunden werden. Aber wohin? Rechts, links? Später soll es links sein. Zum Glück klingeln meine Alarmglocken rechtzeitig! Es muss jetzt rechts hin, damit es später beim umdrehen links ist. Und was sehen meine Augen da: der erste Winkel... im Weg. Ok, Winkel abschrauben vorne dran. Die Bohrmaschine paßt nicht zwischen die Tischbeine. Das Vierte ist ja schon verschraubt! Ich sehe Mehrarbeit auf mich zukommen. Aber Spax ist Spax und so drehe ich die kleinen Dinger einfach mit Gewalt ins Holz. Das kostet tatsächlich sehr viel Kraft ohne Vorbohren, weil das Tischbeim aus massiver Buche, also einem sehr sehr harten Holz ist.

Ja, beim Schubladengestell merke ich auch, dass die Bohrmaschine nicht zwischen die Querhölzer paßt. Also bohre ich erstmal Löcher in die Hölzer, lege das Gestell auf, richte es aus und markiere durch die Löcher wo ich in die Platte bohren muss. Fix gebohrt, Schrauben reindrehen: fertig! Diesesmal Schrauben mit Senkkopf, denn ich muss darauf achten, dass diese exakt im Holz verschwinden (ein Senkkopfbohrer wäre jetzt nicht schlecht gewesen, aber mit Gewalt kann man die auch reinschrauben). Denn hier muss später eine Schublade reibungslos durchgleiten können. Ich halte mehrmals das schon fertige zugesägte Seitenteil der Schublade rein, um zu prüfen, ob die Schrauben weit genug im Holz sind.

Schon umdrehen? Ne, zu früh gefreut. Ich möchte die Winkel für den Regalboden jetzt ranbohren, damit ich das nach dem Aufstellen der Werkbank nicht kopfüber tun muss. Den Regalboden möchte ich nicht fest verschrauben, sondern nur auflegen - das reicht auch. Für jedes Bein sollte auch ein Winkel reichen. Und in welcher Höhe? Darüber hatte ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Gleich nach dem Aufbau würde ich gerne Klappkisten mit Holzscheiben (nächstes Projekt wird schon vorgedacht) da reinstellen. Ok, also sollte die Platz haben. Ich hol die Kiste, stelle sie auf das Schubladengestell, gebe noch ein bißchen Luft dazu und lege den Winkel an. Achtung! Auch hier verkehrt herum denken (siehe Bild). Markieren, bohren, schrauben. An allen 4 Beinen (damit's waagrecht wird messe ich am ersten Winkel seinen Abstand zum Ende des Tischbeins ab und übertrage das auf die anderen Tischbeine).

Und jetzt ist der große Moment gekommen. Ich bitte meinen Nachbarn mir zu helfen und wir drehen die Werkbank gemeinsam um. Regalboden auflegen. Fertig. Ich bin ganz hin und weg. Ganz schön sieht sie aus meine neue Werkbank. Schnüff.






Und Glück habe ich auch. Unter den Regalboden passen zufälligerweise auch meine Werzzeugkiste und eine Kiste Vogelfutter. Schon gibt es mehr Platz im Keller.

Freitag, 19. Februar 2016

Schubladengestell zusammenbauen

Als erstes baue ich alles trocken zusammen, um zu sehen, ob alles so paßt wie ich mir das vorstelle. Und dann überlege ich mir wo ich die Holzdübel plazieren möchte. Zunächst bohre ich die Löcher dafür in die 3 Seitenteile. Ein Freund hilft mir dabei und hält das Holz. Werkbank und so habe ich ja noch nicht. Dann kommen die Zentrierspitzen zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Man setzt sie in die gebohrten Löcher und hält das Gegenstück Holz dagegen und kolpft auf dieses Holz. Da die Zentrierspitzen mittig eine Spitze haben sehe ich nun im Gegenstück die Markierung und weiß wo ich dort bohren muss, damit später die beiden Holzteile mit dem Dübel zusammen passen. Eine ganz clevere Art der Markierung, finde ich! Das mache ich nun vor jedeM Schritt, in dem ich die Hölzer zusammen leime.

Ich lasse die unteren Querhölzer auf dem Boden liegen. Weil es im Keller noch zu kalt ist und Ponal (Weißleim) erst ab 5°C verarbeitet werden kann, mache ich das in meiner Wohnung. Ich fange mit dem linken Seitenteil an, bohre, markiere, bohre wie oben beschrieben und gebe Ponal in die Löcher, stecke die 6er Holzdübel rein (ohja und da sehe ich schon, dass ich nicht senkrecht ins Holz gebohrt habe! Die Holzdübel stehen schräg, aber es geht noch). Damit sich die Schrägstellung nicht so stark auswirkt säge ich die Dübel ein wenig ab. Mein Gestell soll ja nicht krumm und schief werden. Zwischen die Dübel auch etwas Leim und in die dazu passenden Löcher auf den Querhölzern auch etwas. Und - zusammenstecken! Nach so langer Arbeit an den Einzelstücken ein tolles Gefühl! Ich baue nun zusammen :-) :-)



Genauso mache ich das ganz rechts. Um das Mittelteil richtig einzupassen hole ich mir zunächst die Schubladen Vorder- und Rückseiten und stelle sie hinein, damit ich den Abstand habe und passe das Mittelteil dann auch so ein. Die "Bremsklötze für die Schubladen leime ich genauso an alle Seitenteile hinten an.



Jetzt noch die oberen Querhölzer genauso verleimen. Und weil ich leider nicht so genau gebohrt habe merke ich besonders bei diesem Schritt, dass ich beim Leimen das eine oder andere Holz in die richtige Richtung lenken muss, so dass am Schluss eben doch alles wieder rechtwinklig ist. Das ist gar nicht so einfach wie sich das anhört! Probiert es mal selber aus.


 





Weißleim, hier der Ponal, muss mit Druck versehen werden, damit das alles richtig zusammenhält. Also verwende ich meine beiden Korpuszwingen (eine wertvolle Anschaffung im Möbelbau!) und spanne das Schubladengestell darin ein. Dabei merke ich, dass ich besser 4 Korpuszwingen gekauft hätte... Naja, beim nächsten Mal. Man ist ja nicht gleich beim ersten Projekt gescheit. Das Ganze muss nun 12 Stunden abbinden.

 
Ja und dann wäre da noch eine Kleinigkeit... Beim Bohren der Löcher für die Holzdübel habe ich leider das eine oder andere Mal komplett durch das Holz durchgebohrt :-( Das will ich noch beheben. Beim Feilen der Tischbeine habe ich das ganze Holzmehl aufgehoben (leere Marmeladengläser sind dafür super) genau für solche Fälle. Ich mische ein wenig davon mit Ponal an und drücke in all die durchbohrten Löcher mit einer Spachtel die Mischung rein, ziehe sie mit der Spachtel ab, damit es mit der Oberfläche glatt ist. Nach abermaligem 12h Trocknen schmirgle ich es noch mit einem feinen Schmirgelpapier ab. Jetzt sieht es nicht mehr so schlimm aus.

Und tata! Das erste Stück ist zusammengebaut. Ich bin total stolz auf mich und zeige die Photos rum und ernte dafür die heißersehnte Anerkennung!



Donnerstag, 18. Februar 2016

Die Tischplatte

Bis jetzt hatte ich Buche Leimholz für die Tischplatte vorgesehen. Sieht schmuck aus. Und habe gleich mal einen Anfängerfehler gemacht: Leimholz verzieht sich bei schwankenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit so wie es in meinem Keller ist. Und diese Erkenntnis kommt ausgerechnet erst NACHDEM ich die Platte dreimal eingeölt habe! Das war verdammt viel zeitlicher Aufwand! Alles für die Tonne. Beim letztmaligen Schliff mit dem Schleifpapier merke ich, dass die Platte wellig ist und dass sie die Platte nicht wie ich gehofft hatte, in die andere Richtig verzieht und wieder gerade wird. Ich hadere lange und bin drauf und dran die Platte einfach zu verwenden. Gleichzeitig ist mir klar, dass ich das ewig bereuen werde. Es handelt sich hier nicht um einen Regalboden, auf den man Bücher stellt und dann ist es einem egal, ob die Oberfläche leicht wellig ist. Nein, es soll eine Werkbank werden. Gerade beim Bohren der Löcher für die Dübelverbindung ist mir das nochmals klar geworden.

Also erkundige ich mich: OSB Platten und Multiplexplatten verziehen sich nicht. OSB Platten kommen für mich hier nicht in Frage, also Buche Multiplex. Eine Multiplexplatte besteht aus mehreren Schichten dünne Spanplatten die jeweils miteinander verleimt werden und zwar immer mit der Maserung senkrecht zu der Platte darunter. Und dadurch Verzugsafrei. Leider sind diese Platten sehr teuer, besonders in Buche. Ich telefoniere einige Baumärkte und Holzhändler ab und bekomme immer die gleiche Antwort: ich muss die ganze Platte von ungefährt 150 auf 2m abnehmen, auch wenn ich nur 130 auf 60 brauche. Das ist mir entschieden zu teuer. Jenachdem wie dick die Platte ist erhöhen sich die Kosten noch und für eine Werkplatte möchte ich auf jeden Fall 3cm haben, einige haben mir sogar 4cm empfohlen. Bei Holz Hauff in Leingarten werde ich schließlich fündig: sie sägen mir das Stück zurecht und verlagen nur dafür Geld! Jubel!!!!

Aber zum Glück fiel mir noch ein: ruf mal bei Deinem Schreiner in Möhringen an, ob sie noch einen Rest haben, bevor ich nach Leingarten fahre. Und siehe da: er hat und sägt es mir noch zurecht. Ich kaufe gleich noch das Holz für die Vorderzange (aber dazu später).

Also das Ganze von vorne: dreimal einölen, dazwischen über Nacht trocknen lassen, abschmirgeln.

Diese Lektion habe ich definitiv gelernt!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Schubladengestell

Als ich mit dem Holz nach Hause kam habe ich erstmal sortiert nach Schubladengestell und Schubladen. Dann habe ich alles aufgebaut (natürlich ohne zu leimen, nur mal hingestellt), um zu sehen, ob ich bei den Maßen richtig gerechnet habe und alles zusammen paßt. Glücklicherweise ja. Durch die Brettdicke von 18mm kommen an manchen Stellen ja recht krumme Zahlen raus (siehe Zeichnung).

Die Schubladen sollen beide 25cm breit sein. Bei der Auswahl an Holz im Baumarkt habe ich 20cm und 30cm breite Hölzer vor mir. Also beschließe ich, dass die Schubladen eine Höhe von 15cm bekommen. Dafür lasse ich das 30cm breite Brett in zwei gleichgroße Bretter sägen. Aufgrund des 3mm starken Sägeblatts sind die Schubladen dann etwas niedriger als 10cm, was mir egal ist, hauptsache die Schubladenbretter haben alle die gleiche Höhe (Front, hinten und die beiden Seitenteile pro Schublade). Die 3 Seitenteile des Schubladengestells sind genauso hoch wie die Schubladen.

Genauso mit den 4 Brettern oben und unten am Gestell: ich verwende das 20cm breite Brette und lasse es in 2 gleichgroße Bretter zersägen, die etwas weniger als 10cm messen aufgrund des Sägeblatts. Hier merkt man wie wichtig es ist, das Sägeblatt beim Zuschnitt immer mit dazu zu rechnen!

Dabei fällt mir auf, dass bei diesem Schubladengestell die Schubladen beliebig weit nach hinten eingeschoben werden können! Ich brauche einen Stopper. Daher kommen an die inneren Wände insgesamt 4 Stopper der Breite 3cm. Die säge ich nachträglich per Hand von einem Holzrest runter.

Ich fange zunächst mit dem Schubladengestell an.

Zunächst schleife ich wieder die scharfen Kanten der Holzschnitte ab. Dann staube ich die Bretter alle ab und öle sie ein. 12 Stunden mindestens warten, dann mit einem feinen Schleifpapier (Körnung 280) die Bretter leicht abschleifen, nochmals einölen. Mindestens 12 Stunden warten, die Bretter wieder abschleifen.



So, die Einzelteile sind alle fertig. Mit den Schubladen warte ich noch. Denn: jetzt kann ich die Werkbank zusammenbauen!

Dienstag, 26. Januar 2016

Zusätze für die Basiswerkbank

Bisher habe ich nun also eine Tischplatte, vier Beine und einen Regalboden. Ich könnte das alles nun zu einer Basiswerkbank zusammenbauen. Aber während der Arbeit daran sind mir natürlich Gedanken zu weiteren Elementen der Werkbank gekommen und während ich so da saß und schleifte, ölte und sägte formierten sich die Gedanken zu konrekten Plänen. Es sollen Schubladen dazu und ein Schraubstock (bei Hobelbänken und Schreinerwerkbänken auch Vorderzange bzw. Hinterzange genannt). Und eine Rille in der Tischplatte ganz hinten, damit mir Bleistifte und Schrauben nicht hinten runter kullern.

Ich habe mir erstmal Informationen über Vorderzangen im Internet angelesen und bei www.feinewerkzeuge.de ein Modell ausgesucht: Vorderzangenführungen Made in Germany (http://www.feinewerkzeuge.de/spindel.html), Vorderzangenführung klein. Ich hatte mir dort schon hochwertiges Werkzeug bestellt - das hat gut geklappt - , daher wird von dort auch die Vorderzange kommen. Eine Anfrage dort ergab mir auch den Hinweis wie groß die Holzbacken der Vorderzange sein werden (ich wähle 45cm) und so wußte ich wieviel Platz ich für die beiden Schubladen haben werde. (Die sollen natürlich einen kleinen Abstand von der Vorderzange haben.)

Im Internet, aber vor allem auch in meinem Buch Praxisbuch Holz, habe ich mir angeschaut wie man Schubladen baut. Bisher habe ich dazu noch keine Erfahrung gemacht. Ich brauche also ein Gestell, in dem sich die Schubladen bewegen werden, und die beiden Schubladen selbst. Als Verbindungen werde ich Holzdübel verwenden, weil mir das als erste Übung auf diesem Gebiet als die leichteste erschien.

Also habe ich das aufgezeichnet und die dafür benötigten Maße ausgerechnet. Als Holzdicke habe ich 18mm angenommen (anders als bei der Tischplatte und bei dem Regalboden, die eine Dicke von 28mm haben). Der Einheitlichkeit halber werde ich wieder Buche massiv Leimholz verwenden. Für den Schubladenboden Buche Sperrholz mit einer Dicke von 6mm.

Also ab in den Baumarkt und das Holz für Schubladengestell und für die Schubladen selbst gekauft.  Zusägen lassen habe ich das beim Schreiner, weil der Baumarkt nicht kleiner als 20cm zusägt.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Holz ölen

Nun habe ich also alle Einzelteile zurecht gesägt und gefeilt. Als nächstes werde ich alle Teile einölen. Das schützt das Holz und hebt die Maserung des Holzes schön hervor. Ich verwende dazu von osmo Topoil farblos.

Wenn man das erste Mal Holz einölt, sollte man einige Punkte sehr genau beachten, sonst könnte das Holz hinterher kleben und unbrauchbar werden. Ich habe mir dazu im Internet Tips geholt und mich eingelesen:
http://www.wikidorf.de/reintechnisch/Inhalt/HolzOelen

So habe ich das umgesetzt: Öl in ein Schraubglas gefüllt, damit der Pinsel in die Öffnung paßt. Mit dem Pinsel wenig Öl auf das Holz aufgebracht - dünn aufgetragen (wichtig, damit das hinterher nicht klebt !). Mit einem Tuch (ich hatte ein Stück von einem alten Bettlaken verwendet) das Öl eingerieben und mit einem zweiten Tuch das überschüssige Öl abgenommen (auch damit das Holz hinterher nicht klebt). Mit der Zeit bekommt man hierzu gut Übung. Das habe ich rundherum an allen Einzelteilen gemacht: die vier Tischbeine, beim Regalboden, und bei der Tischplatte. Den Pinsel habe ich hinterher im Pinselreiniger sauber gemacht (vom Pinselreiniger habe ich mir auch eine kleine Menge in ein Schraubglas gegossen, damit ich den für dieses Holzprojekt immer wieder verwenden kann und nicht gleich die ganze Dose Pinselreiniger verschmutze). Die öligen Lappen habe ich ebenfalls in ein Schraubglas, weil sie selbstentzündlich sind, was in einer Holzwerkstatt besonders Sch.. ist. Ich werde sie am Schluß des Projektes im Hof abfackeln. Als Unterlage diente mir ein alter Umzugskarton und bei den Platten zwei Getränkekisten - eine Werkbank habe ich ja noch nicht :-) 

Das Einölen muss man zwei bis drei Mal machen.

Beim ersten Mal habe ich keine Handschuhe angehabt und las erst dann auf der Dose, dass man das Öl nicht mit der Haut in Kontakt bringen sollte. Ups! Ehrlich gesagt gibt es noch einen weiteren guten Grund, Gummihandschuhe zu verwenden: ich habe das eingetrocknete Öl ganz schwer von den Fingern gebracht. Bei der zweiten Ölung habe ich also ganz normale Gummihandschuhe aus der Drogerie verwendet. 

Wie man auf dem Photo schön sieht hebt das Öl die Holzmaserung hervor. Das Öl muss nun mindestens 12 Stunden einziehen und trocknen. Dabei stellen sich feine Holzfasern auf. Die Holzoberfläche wirkt rauh. Daher muss nach jedem Einölen das Holz mit einem feinen Schmirgelpapier abgeschmirgelt werden.

Dann die Holzer abstauben, nochmals einölen, 12 Stunden warten, nochmals abschmirgeln, abstauben. Nur bei der Tischplatte habe ich ein drittes Mal eingeölt, weil sie am meisten beansprucht werden wird.

Montag, 18. Januar 2016

Der Regalboden und die Tischplatte

Der Rohentwurf meiner Werkbank ist nichts anderes als eine Tischplatte mit vier Füßen (Beinen für Nichtschwaben) und einem Regalboden. Natürlich habe ich schon Pläne was noch dazu kommt, aber erstmal möchte ich die einfache Variante herstellen und sie später erweitern.

Die Tischbeine sind fertig. Nun also der Regalboden. Tischplatte und Regalboden hatte ich mir im Baumarkt aus einer 240 cm x 60 cm großen Buche Leimholz (Massivholz) Küchenarbeitsplatte zusägen lassen. Ein Schnitt und ich hatte für die Tischplatte 130cm x 60cm (diese Maße werde ich so lassen) und für den Regalboden 110cm x 60cm.


Zu Hause kürze ich mit der Handkreissäge das Holz für den Regalboden längs um 10 cm, weil ich später, wenn die Werkbank steht, gerne meine Beine auch unter die Tischplatte stellen möchte. Zudem werde ich auch die vorderen Tischbeine 10cm nach hinten versetzen, damit die Tischplatte eben um diese 10cm vorsteht. Denn beim Arbeiten mit Holz muss man oft nicht nur Holz in den Schraubstock spannen, sondern auch mal an der Werkbank mit Schraubzwingen halten. Das geht natürlich am besten, wenn mir kein Tischbein für die Schraubzwinge im Weg ist.
Zum Anzeichnen verwende ich einen Tischlerwinkel und ein 1m langes Metalllineal.

Tischbeine. Sie werden dazu dienen den Regalboden zu halten. Also säge ich aus dem Regalboden 15cm x 15cm große Quadrate an allen vier Ecken heraus. Zum Anzeichnen verwende ich wieder den Tischlerwinkel, um sicher zu gehen, dass das alles auch rechtwinklig ist. Zum Sägen verwende ich eine japanische Zugsäge.


Beim Sägen werden die Kanten der Hölzer recht scharf. Ich Schleife daher alle Kanten mit Schleifpapier ab. Dazu verwende ich einen Schleifklotz, in den ich das Schleifpapier einspanne. Das geht einfacher und schneller wie wenn man das Schleifpapier nur mit der Hand führt.

Das Gleiche mache ich auch mit der Tischplatte. Mehr ist dann auch erstmal nicht bei der Tischplatte zu tun.

Samstag, 16. Januar 2016

Tischbeine feilen und schleifen


Nach dem Sägen musste ich festellen, dass in der Mitte des Holzes jeweils ein Hubbel war. Ich hatte offenbar beim Sägen einen leichten Rechtsdrall. So ein Mist. Ich hatte mich so angestrengt von allen vier Seiten aus gleichmäßig zu sägen. Mein Schreiner sagte aber, dass er das von Hand bei der Fläche und dem Hartholz auch nicht 100% hinbekommen hätte.

Also die Feile rausgeholt und in mühsamer Kleinarbeit die Hubbel runtergefeilt. Bei dem harten Holz eine echte Knochenarbeit! Ich habe 2 Tage dazu gebraucht, weil ich nach zwei Hölzern eine Pause brauchte.

Als nächstes wollte ich sicher gehen, dass auch alle Tischbeine gleich hoch sind, damit die Tischplatte im Anschluss auch absolut eben und im Wasser steht.



Also als erstes mal geschaut, ob mein Kellerboden überhaupt eben ist. Ich habe die Wasserwaage auf den Boden gelegt. Und siehe da: alles im Wasser! Juhu. Gute Handwerker gehabt.

Als nächstes stelle ich alle vier Tischbeine nebeneinander und prüfe mit der Wasserwaage, ob sie alle gleich hoch sind. Sind sie leider nicht, aber ich bin schon recht nah dran. Um es mir diesesmal leichter zu machen und auch nicht zu viel abzusägen (ich will ja später keine 5cm hoche Werkbank haben), nehme ich nun den Schwingschleifer und arbeite nach:


Immer wieder prüfe ich mit der Wasserwaage. Sehr mühsam alles. Denn ich muss zwei Sachen erreichen: dass die Fläche jedes Tischbeins eben ist und dass alle 4 Tischbeine gleich sind.
Als ich langsam merkte, dass mich das sehr sehr viel Zeit kosten wird (und ich nicht gerade der Geduldsmensch bin) gebe ich auf und fahre zum Schreiner und lass die vier Beine dort auf gleiche Länge bringen. Aber stolz bin ich trotzdem! Denn ich war ganz ganz nah dran :-) Da hüpft das Heimwerkerherz höher!

Sonntag, 22. November 2015

Tischbeine sägen

So, die Werkbank ist geplant, die Hölzer sind gekauft. Und heute geht es gleich ans Werk. Meine Arbeitshöhe soll auf 89cm sein (vom Boden bis zur Oberfläche der Arbeitsplatte gemessen), damit komme ich gut klar. Nun sind meine Tischbeine 90cm hoch und die Arbeitsplatte 2,8cm dick. Also säge ich 4cm von den Tischbeinen ab. Von Hand.

Die Tischbeine haben eine Grundfläche von 15cm x 15cm und sind 90cm hoch. Also richtige Baumstämme und stabil. Das Holz ist Buche, also hart. Ich habe mir dieses Holz nicht nur aufgrund der Stabilität gekauft, sondern auch, weil ich finde, dass das gut aussehen wird mit der Arbeitsplatte oben drauf.

Also erstmal anzeichnen rundherum und dann die japanische Zugsäge ausgepackt. Ich mag diese Säge, weil sie auf Zug richtig Gummi gibt und sie macht einen feinen Schnitt.

Donnerstag, 19. November 2015

Werkbank

Also eine Werkbank. Mein lange gehegter Traum wird Wirklichkeit. Ich messe aus wieviel Platz ich dafür im Keller habe und lasse gedanklich für die Tischplatte rechts und links noch etwas Platz, damit ich dort Holz beim Sägen drüber hängen lassen kann. Mittlerweile denke ich nicht mehr „Platte und vier Füße“, sondern habe gedanklich noch einen Regalboden hinzugefügt und vielleicht für später noch zwei Schubladen. Zumindest lasse ich für die beiden mal Platz. Auf den Regalboden will ich dann Holzreste legen, die bei verschiedenen Projekten entstehen werden.

Ich gehe erstmal in den Baumarkt und lasse mich inspirieren. Natürlich auch für all die anderen Ideen, die in meinem Kopf sind und schreibe eine Menge auf. Maße, Artikel, Preise. Ich bin über eine Stunde im Baumarkt und verlasse ihn mit einem Stapel Papier und lediglich einem neuen Klappspaten. Bei meinem alten ist der Stiel beim Pflanzen des letzten Bäumchens vom Blatt abgebrochen. Total durchgerostet.

In meinem Kopf formiert sich die Werkbank und die Materialien dafür. Ich lass das eine Weile durch den Kopf wandern bevor ich einkaufe.

Dienstag, 17. November 2015

Ein paar Tage später

habe ich den ganzen Keller aufgeräumt. Regale ausgeräumt, geputzt, weniger wieder eingeräumt, ein bisschen umgestellt und zack: Platz für eine Werkbank! Ich bin überglücklich.

Freitag, 13. November 2015

Ein neues Projekt

Werkbank. Mmh. Ich würde gerne mehr mit Holz machen. Aber immer im Kellerflur auf Getränkekisten arbeiten? Macht Spaß weil improvisiert, aber Vieles geht nicht. Kleine Stücken kann ich nicht weiter verarbeiten, die würde ich lieber in einen Schraubstock spannen anstatt mit der Hand zu halten. Da ist mir die Hand zu nahe an der Säge.

Werkbank. Ja, also warum nicht?! Ich wollte schon immer eine haben. In meiner gnadenlosen Selbstüberschätzung hatte ich mir im Internet mal angeschaut wie man so eine tolle Profiwerkbank baut und dachte tatsächlich ich baue so eine.

Wie ich schon sagte – gnadenlose Sel… Mittlerweile denke ich eine Platte mit vier Füßen und einem Schraubstock drauf würde auch reichen. Ach so. Für Nichtschwaben - vier Tischbeine. Bei uns geht ja der Fuß bis zur Hüfte.

„Aber mein Keller ist zu klein.“ - So habe ich eine ganze Weile rumlamentiert.

Und jetzt. Aufräumwahn. Meine Augen verwandeln sich in die der Schlange Ka aus dem Dschungelbuch. So stehe ich in meinem Keller und denke: ‚Raus hier mit den vielen Schachteln!‘

Es folgt eine glückliche Zeit. Ich sitze im Keller und säble mit einem Teppichmesser alle Schachteln kurz und klein. Die Papiertonne läuft über. Mir geht es gut.