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Dienstag, 26. April 2016

Die Schubladen

Die Bretter für die Schubladen habe ich mir beim Schreiner zusägen lassen, damit die Maße auch exakt stimmen. Danach habe ich die Bretter in das Schubladengestell rein, um zu prüfen, ob die Höhe paßt. Perfekt. Die Schublade wird laufen! Die Bretter werden dann alle erstmal geölt und geschliffen bevor es weiter geht.

Als erstes habe ich mir das Leichteste vorgenommen: das Loch für den Knauf. Dazu habe ich am vorderen Brett. Zwei Diagonalen eingezeichnet: von links oben nach rechts unten und dann von links unten nach rechts oben. Dort wo sich die Linien schneiden ist die Mitte des Bretts und hier kommt auch das Loch für den Knauf rein.

Den Schubladenboden wollte ich nicht einfach rannageln. Also habe ich meine heißgeliebte Oberfräse rausgeholt und in alle 4 Bretter der Schublade eine 6mm Nut gefräst. Bei den Seitenteilen kann die Nut komplett durchgehen. Beim Vorder- und Hinterteil der Schublade allerdings nicht, so dass man von außen die Nut nicht sieht.

Und bevor ich den Boden reinschieben kann bohre ich noch die Löcher für die Holzdübel, mit denen ich die einzelnen Teile der Schublade zusammenleimen möchte.Und dann sieht das so aus (Hier sieht man auch schön am Vorderteil die Bohrung für den Knauf und die Nut, die nicht ganz bis zum Rand des Bretts reicht):





Beim Schubladenboden habe ich jedoch mein blaues Wunder erlebt. Ich habe Sperrholz (Buche) in der Dicke von 6mm verwendet. Die Nut, in die das Holz gleiten soll ist ebenfalls 6mm. Sollte also passen. Ich habe das vor dem Verleimen natürlich ausprobiert. Und es hat nicht gepaßt! Mit der Schieblehre nachgemessen habe ich schnell festgestellt, dass der Boden eine Dicke von 6,5mm hat. So ein Mist. Beim Schreiner nachgefragt antwortet der mir, dass solche Toleranzen normal sind. Ja und jetzt? Ich habe keinen 6,5mm Nutfräser. Also muss was von der Dicke des Bodens runter. Ich hab zwar keinen Falzfräser, hab aber einfach den Nutfräser verwendet, um einen Falz herzustellen. Es reicht ja, wenn ich die Dicke des Bodens am Rand reduziere wo das Holz in die seitliche Nut der Schublade rein soll. Auf dem Bild sieht man, dass ich noch etwas Übung mit der Oberfräse brauche :-) Aber wer ist schon beim ersten Werkstück ein Meister?

Ok, jetzt aber zusammenbauen! Mit den Holzdübeln Vorderseite und die beiden Seitenteile verleimt und dann den Boden reingeschoben. Am Schluß noch mit Holzdübeln die Hinterseite verleimt und dann alles mit Korpuszwingen zusammen gehalten.




















Es ist erstaunlich wie fest man das mit den Zwingen bekommt und wie gut man damit die Orthogonalität der Bretter zueinander hinbekommt. Das sollte sich nicht mehr verziehen können! Ganz anders als nach dem reinen Zusammenbauen ohne Zwingen.

Der Leim trocknet über Nacht und am nächsten Morgen habe ich meine erste Schublade fertig! Das Gleiche dann eben mit der zweiten Schublade.


Donnerstag, 18. Februar 2016

Die Tischplatte

Bis jetzt hatte ich Buche Leimholz für die Tischplatte vorgesehen. Sieht schmuck aus. Und habe gleich mal einen Anfängerfehler gemacht: Leimholz verzieht sich bei schwankenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit so wie es in meinem Keller ist. Und diese Erkenntnis kommt ausgerechnet erst NACHDEM ich die Platte dreimal eingeölt habe! Das war verdammt viel zeitlicher Aufwand! Alles für die Tonne. Beim letztmaligen Schliff mit dem Schleifpapier merke ich, dass die Platte wellig ist und dass sie die Platte nicht wie ich gehofft hatte, in die andere Richtig verzieht und wieder gerade wird. Ich hadere lange und bin drauf und dran die Platte einfach zu verwenden. Gleichzeitig ist mir klar, dass ich das ewig bereuen werde. Es handelt sich hier nicht um einen Regalboden, auf den man Bücher stellt und dann ist es einem egal, ob die Oberfläche leicht wellig ist. Nein, es soll eine Werkbank werden. Gerade beim Bohren der Löcher für die Dübelverbindung ist mir das nochmals klar geworden.

Also erkundige ich mich: OSB Platten und Multiplexplatten verziehen sich nicht. OSB Platten kommen für mich hier nicht in Frage, also Buche Multiplex. Eine Multiplexplatte besteht aus mehreren Schichten dünne Spanplatten die jeweils miteinander verleimt werden und zwar immer mit der Maserung senkrecht zu der Platte darunter. Und dadurch Verzugsafrei. Leider sind diese Platten sehr teuer, besonders in Buche. Ich telefoniere einige Baumärkte und Holzhändler ab und bekomme immer die gleiche Antwort: ich muss die ganze Platte von ungefährt 150 auf 2m abnehmen, auch wenn ich nur 130 auf 60 brauche. Das ist mir entschieden zu teuer. Jenachdem wie dick die Platte ist erhöhen sich die Kosten noch und für eine Werkplatte möchte ich auf jeden Fall 3cm haben, einige haben mir sogar 4cm empfohlen. Bei Holz Hauff in Leingarten werde ich schließlich fündig: sie sägen mir das Stück zurecht und verlagen nur dafür Geld! Jubel!!!!

Aber zum Glück fiel mir noch ein: ruf mal bei Deinem Schreiner in Möhringen an, ob sie noch einen Rest haben, bevor ich nach Leingarten fahre. Und siehe da: er hat und sägt es mir noch zurecht. Ich kaufe gleich noch das Holz für die Vorderzange (aber dazu später).

Also das Ganze von vorne: dreimal einölen, dazwischen über Nacht trocknen lassen, abschmirgeln.

Diese Lektion habe ich definitiv gelernt!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Schubladengestell

Als ich mit dem Holz nach Hause kam habe ich erstmal sortiert nach Schubladengestell und Schubladen. Dann habe ich alles aufgebaut (natürlich ohne zu leimen, nur mal hingestellt), um zu sehen, ob ich bei den Maßen richtig gerechnet habe und alles zusammen paßt. Glücklicherweise ja. Durch die Brettdicke von 18mm kommen an manchen Stellen ja recht krumme Zahlen raus (siehe Zeichnung).

Die Schubladen sollen beide 25cm breit sein. Bei der Auswahl an Holz im Baumarkt habe ich 20cm und 30cm breite Hölzer vor mir. Also beschließe ich, dass die Schubladen eine Höhe von 15cm bekommen. Dafür lasse ich das 30cm breite Brett in zwei gleichgroße Bretter sägen. Aufgrund des 3mm starken Sägeblatts sind die Schubladen dann etwas niedriger als 10cm, was mir egal ist, hauptsache die Schubladenbretter haben alle die gleiche Höhe (Front, hinten und die beiden Seitenteile pro Schublade). Die 3 Seitenteile des Schubladengestells sind genauso hoch wie die Schubladen.

Genauso mit den 4 Brettern oben und unten am Gestell: ich verwende das 20cm breite Brette und lasse es in 2 gleichgroße Bretter zersägen, die etwas weniger als 10cm messen aufgrund des Sägeblatts. Hier merkt man wie wichtig es ist, das Sägeblatt beim Zuschnitt immer mit dazu zu rechnen!

Dabei fällt mir auf, dass bei diesem Schubladengestell die Schubladen beliebig weit nach hinten eingeschoben werden können! Ich brauche einen Stopper. Daher kommen an die inneren Wände insgesamt 4 Stopper der Breite 3cm. Die säge ich nachträglich per Hand von einem Holzrest runter.

Ich fange zunächst mit dem Schubladengestell an.

Zunächst schleife ich wieder die scharfen Kanten der Holzschnitte ab. Dann staube ich die Bretter alle ab und öle sie ein. 12 Stunden mindestens warten, dann mit einem feinen Schleifpapier (Körnung 280) die Bretter leicht abschleifen, nochmals einölen. Mindestens 12 Stunden warten, die Bretter wieder abschleifen.



So, die Einzelteile sind alle fertig. Mit den Schubladen warte ich noch. Denn: jetzt kann ich die Werkbank zusammenbauen!

Dienstag, 26. Januar 2016

Zusätze für die Basiswerkbank

Bisher habe ich nun also eine Tischplatte, vier Beine und einen Regalboden. Ich könnte das alles nun zu einer Basiswerkbank zusammenbauen. Aber während der Arbeit daran sind mir natürlich Gedanken zu weiteren Elementen der Werkbank gekommen und während ich so da saß und schleifte, ölte und sägte formierten sich die Gedanken zu konrekten Plänen. Es sollen Schubladen dazu und ein Schraubstock (bei Hobelbänken und Schreinerwerkbänken auch Vorderzange bzw. Hinterzange genannt). Und eine Rille in der Tischplatte ganz hinten, damit mir Bleistifte und Schrauben nicht hinten runter kullern.

Ich habe mir erstmal Informationen über Vorderzangen im Internet angelesen und bei www.feinewerkzeuge.de ein Modell ausgesucht: Vorderzangenführungen Made in Germany (http://www.feinewerkzeuge.de/spindel.html), Vorderzangenführung klein. Ich hatte mir dort schon hochwertiges Werkzeug bestellt - das hat gut geklappt - , daher wird von dort auch die Vorderzange kommen. Eine Anfrage dort ergab mir auch den Hinweis wie groß die Holzbacken der Vorderzange sein werden (ich wähle 45cm) und so wußte ich wieviel Platz ich für die beiden Schubladen haben werde. (Die sollen natürlich einen kleinen Abstand von der Vorderzange haben.)

Im Internet, aber vor allem auch in meinem Buch Praxisbuch Holz, habe ich mir angeschaut wie man Schubladen baut. Bisher habe ich dazu noch keine Erfahrung gemacht. Ich brauche also ein Gestell, in dem sich die Schubladen bewegen werden, und die beiden Schubladen selbst. Als Verbindungen werde ich Holzdübel verwenden, weil mir das als erste Übung auf diesem Gebiet als die leichteste erschien.

Also habe ich das aufgezeichnet und die dafür benötigten Maße ausgerechnet. Als Holzdicke habe ich 18mm angenommen (anders als bei der Tischplatte und bei dem Regalboden, die eine Dicke von 28mm haben). Der Einheitlichkeit halber werde ich wieder Buche massiv Leimholz verwenden. Für den Schubladenboden Buche Sperrholz mit einer Dicke von 6mm.

Also ab in den Baumarkt und das Holz für Schubladengestell und für die Schubladen selbst gekauft.  Zusägen lassen habe ich das beim Schreiner, weil der Baumarkt nicht kleiner als 20cm zusägt.

Sonntag, 24. Januar 2016

Schneidebrett

Nachdem ich nun so im Schleifen und Ölen drin war, habe ich auch die zwei Holzreste, die ich noch von einer Buche Leimholzplatte hatte, verarbeitet. Ich hatte in meinen Schrank einen neuen Regalboden gemacht und hatte von der Buche Leimholzplatte, wie ich sie im Baumarkt gekauft hatte, noch Holz übrig. Dieses ließ ich mir in zwei gleich große Stücke sägen: 22cm x 30cm.

Als erstes habe ich mit Schleifpapier und Schleifklotz die Kanten und Ecken rundlich geschleift. Dann ging es hoch in die Küche und ich habe die Hölzer rundherum mit Olivenöl eingeölt. Dazu habe ich ein simples Küchenpapier zum Auftragen und Einreiben verwenden. Das Öl zieht recht schnell ein. Am nächsten Tag habe ich nochmals eingeölt.

Und fertig. So schnell hat man ein schönes Schneidebrett. Als Öl habe ich Olivenöl gewählt, weil das Brett mit Lebensmitteln verwendet wird.

Das Holz ist durch das Öl dunkler geworden und die Maserung ist schön hervorgehoben. Eine Freundin, der ich ein solches Brett geschenkt habe, möchte es gar nicht zum Schneiden verwenden, sondern als Käseplatte. Na dann guten Appetit.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Holz ölen

Nun habe ich also alle Einzelteile zurecht gesägt und gefeilt. Als nächstes werde ich alle Teile einölen. Das schützt das Holz und hebt die Maserung des Holzes schön hervor. Ich verwende dazu von osmo Topoil farblos.

Wenn man das erste Mal Holz einölt, sollte man einige Punkte sehr genau beachten, sonst könnte das Holz hinterher kleben und unbrauchbar werden. Ich habe mir dazu im Internet Tips geholt und mich eingelesen:
http://www.wikidorf.de/reintechnisch/Inhalt/HolzOelen

So habe ich das umgesetzt: Öl in ein Schraubglas gefüllt, damit der Pinsel in die Öffnung paßt. Mit dem Pinsel wenig Öl auf das Holz aufgebracht - dünn aufgetragen (wichtig, damit das hinterher nicht klebt !). Mit einem Tuch (ich hatte ein Stück von einem alten Bettlaken verwendet) das Öl eingerieben und mit einem zweiten Tuch das überschüssige Öl abgenommen (auch damit das Holz hinterher nicht klebt). Mit der Zeit bekommt man hierzu gut Übung. Das habe ich rundherum an allen Einzelteilen gemacht: die vier Tischbeine, beim Regalboden, und bei der Tischplatte. Den Pinsel habe ich hinterher im Pinselreiniger sauber gemacht (vom Pinselreiniger habe ich mir auch eine kleine Menge in ein Schraubglas gegossen, damit ich den für dieses Holzprojekt immer wieder verwenden kann und nicht gleich die ganze Dose Pinselreiniger verschmutze). Die öligen Lappen habe ich ebenfalls in ein Schraubglas, weil sie selbstentzündlich sind, was in einer Holzwerkstatt besonders Sch.. ist. Ich werde sie am Schluß des Projektes im Hof abfackeln. Als Unterlage diente mir ein alter Umzugskarton und bei den Platten zwei Getränkekisten - eine Werkbank habe ich ja noch nicht :-) 

Das Einölen muss man zwei bis drei Mal machen.

Beim ersten Mal habe ich keine Handschuhe angehabt und las erst dann auf der Dose, dass man das Öl nicht mit der Haut in Kontakt bringen sollte. Ups! Ehrlich gesagt gibt es noch einen weiteren guten Grund, Gummihandschuhe zu verwenden: ich habe das eingetrocknete Öl ganz schwer von den Fingern gebracht. Bei der zweiten Ölung habe ich also ganz normale Gummihandschuhe aus der Drogerie verwendet. 

Wie man auf dem Photo schön sieht hebt das Öl die Holzmaserung hervor. Das Öl muss nun mindestens 12 Stunden einziehen und trocknen. Dabei stellen sich feine Holzfasern auf. Die Holzoberfläche wirkt rauh. Daher muss nach jedem Einölen das Holz mit einem feinen Schmirgelpapier abgeschmirgelt werden.

Dann die Holzer abstauben, nochmals einölen, 12 Stunden warten, nochmals abschmirgeln, abstauben. Nur bei der Tischplatte habe ich ein drittes Mal eingeölt, weil sie am meisten beansprucht werden wird.

Montag, 18. Januar 2016

Der Regalboden und die Tischplatte

Der Rohentwurf meiner Werkbank ist nichts anderes als eine Tischplatte mit vier Füßen (Beinen für Nichtschwaben) und einem Regalboden. Natürlich habe ich schon Pläne was noch dazu kommt, aber erstmal möchte ich die einfache Variante herstellen und sie später erweitern.

Die Tischbeine sind fertig. Nun also der Regalboden. Tischplatte und Regalboden hatte ich mir im Baumarkt aus einer 240 cm x 60 cm großen Buche Leimholz (Massivholz) Küchenarbeitsplatte zusägen lassen. Ein Schnitt und ich hatte für die Tischplatte 130cm x 60cm (diese Maße werde ich so lassen) und für den Regalboden 110cm x 60cm.


Zu Hause kürze ich mit der Handkreissäge das Holz für den Regalboden längs um 10 cm, weil ich später, wenn die Werkbank steht, gerne meine Beine auch unter die Tischplatte stellen möchte. Zudem werde ich auch die vorderen Tischbeine 10cm nach hinten versetzen, damit die Tischplatte eben um diese 10cm vorsteht. Denn beim Arbeiten mit Holz muss man oft nicht nur Holz in den Schraubstock spannen, sondern auch mal an der Werkbank mit Schraubzwingen halten. Das geht natürlich am besten, wenn mir kein Tischbein für die Schraubzwinge im Weg ist.
Zum Anzeichnen verwende ich einen Tischlerwinkel und ein 1m langes Metalllineal.

Tischbeine. Sie werden dazu dienen den Regalboden zu halten. Also säge ich aus dem Regalboden 15cm x 15cm große Quadrate an allen vier Ecken heraus. Zum Anzeichnen verwende ich wieder den Tischlerwinkel, um sicher zu gehen, dass das alles auch rechtwinklig ist. Zum Sägen verwende ich eine japanische Zugsäge.


Beim Sägen werden die Kanten der Hölzer recht scharf. Ich Schleife daher alle Kanten mit Schleifpapier ab. Dazu verwende ich einen Schleifklotz, in den ich das Schleifpapier einspanne. Das geht einfacher und schneller wie wenn man das Schleifpapier nur mit der Hand führt.

Das Gleiche mache ich auch mit der Tischplatte. Mehr ist dann auch erstmal nicht bei der Tischplatte zu tun.